Qualitätssicherung

Qualitätssicherung

In unserer Kindertageseinrichtung habe sich Kinder, Eltern und MitarbeitertInnen, sowie auch der Träger mit einem kontinuierlichen gesellschaftlichen Wandel auseinander zu setzen. Hier geht es darum die vielschichtigen Prozesse zu beobachten, zu erkennen und darauf zu reagieren.

Wir möchten die Veränderungsprozesse aktiv mit gestalten, um so auch die Qualität unsrer KiTa zu sichern.

Qualitätsentwicklung betrachten wir als ein hohes Maß an Professionalität und Verlässlichkeit für Kinder, Eltern und Träger, wie auch MitarbeiterInen.

So befindet sich die Profil - und Konzeptentwicklung in einer ständigen Evaluation. Die MitarbeiterInnen nehmen regelmäßig an Fortbildungen und Schulungen teil, die der träger in großer Vielfalt anbietet.

Die Grundlage hierfür ist der Qualitätsbrief des Bundesverbandes für Katholische Tageseinrichtungen für Kinder und das Qualitätshandbuche des KiTa Zweckverbandes.

Beschwerdemanagement

Zu einer qualitätsvollen Arbeit gehört für unserer Kita auch ein funktionierendes Beschwerdemanagement.

Gemeinsam mit unserem Träger sind uns die partnerschaftliche und wertschätzende Kooperation mit den Eltern bzw. den Erziehungsberechtigten für eine gute pädagogische Arbeit äußerst wichtig.

Aus diesem Grund leben wir eine Kulltur, in der MitarbeiterInnen, Eltern und Kinder sich gegenseitig unterstützen und in konstruktiver Kritik eine Chance begreifen Konflikte offen und fair auszutragen.

„Jede Beschwerde ist ein Geschenk“

Treten Beschwerden oder Fehler auf hat jeder, Kinder, Eltern und MitarbeiterInnen die Möglichkeit diese anzubringen. Sie wird ernst genommen und überprüft, um gegebenenfalls die Chance der Verbesserung zu ergreifen und die Ursache der Beschwerde abzustellen.

Die Grundlage für die Qualitätsentwicklung auf dieser Ebene ist in unserer KiTa der Qualitätsbrief des Bundesverbandes für Kath. Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) und das Qualitätshandbuch des KiTa Zweckverbandes.

In unserer Einrichtung werden Beschwerden

  • Angenommen und dokumentiert
  • Notwendige Korrekturmaßnahmen erfolgen zielgerichtet
  • Verbesserungsvorschläge werden gemeinsam vereinbart
  • Rückmeldungen erfolgen zeitnah und schriftlich

Schutzkonzept

Im November 2010 haben die deutschen Bischöfe, in der Kommission für Erziehung und Schule, eine Handreichung für katholische Schulen, Internate und Kindertageseinrichtungen mit dem Titel „Prävention von sexueller Gewalt an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ auf den Weg gebracht.

Im Vorwort (Seite5) dieser Handreichung heißt es:

„Weil wir davon überzeugt sind, dass jeder einzelne Mensch als Geschöpf und Abbild Gottes eine unantastbare Würde hat, müssen sich katholische Bildungseinrichtungen durch eine Kultur der gegenseitigen Achtung, des Respekts und der Wertschätzung auszeichnen. In besonders scharfem Gegensatz zu diesem Anliegen steht es, wenn Mädchen, Jungen oder junge Erwachsenen sexualisierte Gewalt erfahren, da diese verheerende Folgen für die seelische Entwicklung haben kann.

Eine systematische Prävention von sexualisierter Gewalt sollte daher zum Profil und den Qualitätsmerkmalen von katholischen Schulen, Internaten und Kindertageseinrichtungen gehören.“

Wir Mitarbeiterinnen sind in besonderer Weise für dieses Thema sensibilisiert und nehmen unsre Verantwortung zum Schutz und zum Wohl der Kinder in hohem Maße wahr. In der ständigen Auseinandersetzung mit dieser Problematik stellt sich auch für uns ständig die Frage nach Ausgewogenheit von Nähe und Distanz bei Kindern, die viele Stunden des Tages in unseren Einrichtungen verbringen.

Um Kinder und Mitarbeiterinnen zu schützen, ist es uns wichtig, unsere pädagogische Arbeit unter der Fragestellung zu reflektieren:

„ Was tun wir in unserer pädagogische Arbeit, um möglichen Missbrauchsvorwürfen vorzubeugen?“

1) Wir respektieren das Selbstbestimmungsrecht des Kindes:

o Der Impuls beim Kuscheln, bei Nähe oder Zärtlichkeiten geht immer vom Kind aus.

o Die Erzieherin fordert keine Zärtlichkeiten ein - absolute Grenze bei Kindern und Erzieherinnen – sekundäre Geschlechtsorgane werden nicht bekuschelt.

o Das „Nein“ des Kindes wird akzeptiert.

o Der Erzieher ist beobachtender und helfender Begleiter im Erlernen von Nähe und Distanz beim Kind.

o Das Kind entscheidet welche Bezugsperson es wickeln darf und ob ein FreundIn oder ein Geschwisterkind dabei sein dürfen.

2) Wir achten die Intimsphäre der Kinder

o Das Wickeln geschieht immer nur im geschützten Raum des Wickelbereiches.

o Das individuelle Schamgefühl des Kindes wird respektiert.

o Wir achten darauf, dass sich die Kinder nach dem Toilettengang im Waschraum wieder ankleiden oder dort umziehen.

o Wir schützen die Kinder in der Einrichtung und auf dem Außengelände vor unangenehmen Blicken und vor Bloßstellungen ( Fotos, unbekleidetes Spielen).

o Es wird nicht unter Kleidungsstücke gegriffen, weder beim Kind noch bei der Erzieherin.

o Der Wickelprozess eines jeden Kindes wird dokumentiert.

o Der Erzieher fragt und bietet dem Kind Hilfestellungen, wie z.B. beim Ankleiden, an.

o Die in der sexuellen Entwicklung des Kindes eigenständigen, erforschenden Handlungen am eigenen Körper des Kindes, werden respektiert.

3) Wir haben einen professionellen Umgang mit den Kindern:

  • Wir verwenden keine Kosenamen.

  • Es wird niemand, weder Kinder noch Erzieherinnen, auf den Mund geküsst, die Wange ist in Ordnung.

  • Die pflegerischen und unterstützenden Handlungen an den Kindern werden angekündigt und sprachlich begleitet.

  • Wir verwenden in unserem Sprachgebrauch die anatomisch korrekten Begriffe für alle Körperteile (Brust, Scheide, Penis....)

  • Auch die Mitarbeiterinnen entscheiden über die gewünschte Nähe und Distanz; dabei wird die Gleichbehandlung der Kinder gewahrt.

4) Zusammenarbeit mit den Eltern / Erziehungs- - Sorge - Berechtigten:

  • Wir sind durch Tür – und Angelgespräche, sowie durch Entwicklungsgespräche im ständigen Austausch mit den Eltern, um durch eine offenen und transparente Kommunikationsstruktur eine Vertrauensbasis zu schaffen.
  • Auffällige Situationen, Äußerungen des Kindes, Beobachtungen in Spielsituationen oder Wahrnehmungen am Körper des Kindes werden dokumentiert und innerhalb einer kollegialen Beratung erläutert.
  • Bei Verdacht auf Missbrauch oder Vernachlässigung im Sinne des § 8a, wird das vorgegebene Meldesystem über die Geschäftsstelle des Trägers umgehend in Gang gesetzt.
  • Jede auffällige Beobachtung und das Elterngespräch werden dokumentiert.

5) In unserer Arbeitsorganisation berücksichtigen wir den Schutz des Kindes:

  • In der Wickelsituation bleibt die Tür zum Wickelraum geschlossen. Durch ein Ampelsystem ist erkennbar, dass der Raum besetzt ist. Wir klopfen an.
  • Es wickeln keine Praktikantinnen.
  • Wenn die Pia- / Anerkennungspraktikanten das Vertrauen der Kinder haben, dürfen sie zum Wickeln gehen.

  • Es wird nur im Wickelbereich gewickelt.
  • Der Wickelvorgang wird dokumentiert und gegengezeichnet.
  • Bei externen Aktivitäten ist immer ein Mitarbeiter der KiTa anwesend, oder in Sicht – und Hörweite(Lesepaten, Musikschule…).
  • Wir achten auf eine konsequente Kontrolle beim Abholen der Kinder; nur Personen, die durch das Einverständnis der Eltern berechtigt sind und dazu physisch und psychisch in der Lage sind, können die Aufsichtspflicht übernehmen.

6) Zusammenarbeit im Team

  • Die Mitarbeiterinnen auf Gruppenebene stehen im ständigen Austausch über Kindesbeobachtungen; sie tauschen sich über Auffälligkeiten aus.
  • Das gleiche gilt für gruppenübergreifende Betreuungssituationen, wie Früh- und Spätdienst oder bei Projektarbeiten.
  • Im Rahmen von Dienstbesprechungen und der morgendlichen Tagesschau werden wichtige Informationen weiter gegeben.
  • Alle Mitarbeiterinnen kennen die Verfahrensordnung des KiTa Zweckverbandes(§ 8a) ,über die sie in regelmäßigen Abständen in der Dienstbesprechung informiert werden.

Wir verstehen diese Thematik als besonderer Herausforderung in unserer Erziehungs – und Bildungsarbeit. Sie muss auf der Basis einer intensiven und stabilen Beziehung zum Kind fundieren. Um diese Beziehung mit Leben zu füllen, dürfen persönliche Nähe und Körperkontakt nicht fehlen. Hier gilt es die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen und zu respektieren.

Zu unserer professionellen Verantwortung gehört es , Grenzen einzuhalten und das eigene Verhalten selbst und in kollegialer Reflektion zu überprüfen, ohne die menschlichen Bedürfnisse nach Nähe und Anerkennung zu vernachlässigen.

(Wenn wir im Schutzkonzept über Erzieherinnen sprechen, meinen wir automatisch auch die männlichen Kollegen, Erzieher)

Bochum, 20.09.2018